Kirchspiel Tannroda

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Kinder des Getreides

Bewegung des Herzens


Wir Menschen sind Kinder des Getreides


Die Anfänge des Getreides liegen etwa im fünften Jahrtausend vor Christus.  Als in der jüngeren Steinzeit die Jäger und Sammler sesshaft wurden, begannen sie Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.  Die Menschen lernten, die Samenkörner wildwachsender Gräser mit Steinen zu zerreiben, mit Wasser zu einem Brei anzurühren und diesen auf den heißen Steinplatten einer Feuerstelle zu trocknen oder zu rösten. Das so entstehende ungesäuerte Fladenbrot wird noch heute in einigen Entwicklungsländern gebacken und warm verzehrt. Es waren sechs Getreidearten, von denen sich die Menschen seit Urzeiten ernährt haben: Hafer, Hirse,  Gerste, Reis,  Weizen. Später kam dann der  Roggen dazu. Die Ent- deckung Amerikas brachte den indianischen  Mais nach Europa. Wir können uns unser derzeitiges Essen ohne Produkte  aus Getreide nicht mehr vorstellen. Immer wieder wur- den um Anbaugebiete für Getreide mehr Kriege geführt als um Gold.  In vielen Ländern der Erde führen Missernten noch immer zu Not, Elend und Unterernährung. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Deutsche wegen Mißernten nach Amerika aus.

Das gesäuerte Brot ist eine ägyptische Erfindung. Ungefähr 2000 Jahre v.Ch. begannen die Ägypter Brot zu backen. Durch Zufall entstand eines Tages der Sauerteig. Ein Stück Teig für die Herstellung von Fladenbrot war liegengeblieben und begann zu gären. Der Teig wurde aber trotzdem verbacken. Dieses Fladenbrot aus "Sauerteig" war nicht verdorben, sondern viel leichter zu kauen und auch bekömmlicher. Durch die Gärung waren Gasbläschen entstanden und hatten das Brot lockerer und schmackhafter gemacht.
Die Juden lernten das gesäuerte Brot während der ägyptischen Gefangenschaft kennen.  Sie übernahmen die Backkunst und gaben sie an andere Völker weiter. Die Griechen ver- feinerten sie durch bessere Backöfen und neue Zutaten wie Milch, Honig und Gewürze. Um 170 v. Ch. war die griechische Backtechnik in Rom bekannt. Ausgefallene römische Backwaren waren Leckerbissen für Feinschmecker. So kam die Backkunst auch nach Mitteleuropa.
Die lange Haltbarkeit des Getreides machte eine gute Vorratshaltung möglich. Lange Zeit diente das Getreidekorn auch als Zahlungsmittel und sogar als Normgewicht. Um 1500 n. Ch. mussten Gastwirte im deutschen Raum Körner als Zahlungsmittel annehmen. Damals entstand der Begriff "Karat" - ein Gewicht von drei Gerstenkörnern oder vier Weizenkörnern, das noch heute für Edelmetalle und Diamanten als Gewichtseinheit verwendet wird. Ein "Gran" entsprach dem Gewicht eines Gerstenkornes.
Kein Wunder, wenn Brot in der christlichen Tradition als Inbegriff des Lebens gesehen wird. Jesus sagte von sich: "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nicht dürsten." So wichtig wie tägliches Brot ist Jesu Botschaft der dreifachen Liebe: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.«
(Lukas 10,37) So feiern auch Christen im Abendmahl Christi Leib als Brot des Lebens.

Hans-Christoph Schilling

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü
Witch-Tipps: